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4. Juli 2019

Swiss Steel investiert in einen neuen Ofentransformator

Swiss Steel, einer der führenden Anbieter von Qualitäts-, Edel- und Automatenstahllösungen und Teil der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe, investiert in die Zukunft. Heute wurde ein neuer Ofentransformator geliefert, der eine Produktionssteigerung ermöglicht, die erstklassige Positionierung im Markt und den Standort in der Zentralschweiz nachhaltig stärkt.

Im Elektrolichtbogenofen wird Stahlschrott mittels Elektroden verflüssigt. Unmittelbar neben dem Ofen befindet sich der Ofentransformator (Trafo), ein mit Öl gekühlter Hochleistungstransformator, der in einem bestimmten Leistungsbereich die notwendige Spannung für die Elektroden bereitstellt. Der Trafo von Swiss Steel ist bereits seit rund 20 Jahren in Betrieb und hat aufgrund der hohen Jahresproduktion und den kurzen Stillstandzeiten eine hohe Beanspruchung.

Der Zustand des Trafos wird fortlaufend durch regelmässige dielektrisch-/chemische sowie Zersetzungsgas-Analysen des Trafo-Öls überwacht. Bei hohen Temperaturen entstehen Zersetzungsgase, die sich im Gasgehalt des Öls zeigen. Tritt das ein, sind im Trafo bereits Schäden entstanden, deren Eskalation sich nur durch eine rechtzeitige Abschaltung der Anlage und damit der vorübergehenden Einstellung der Produktion verhindern lassen.

Mit dem neuen Trafo bringt die Swiss Steel ihre Anlage auf den neuesten Stand der Technik und steigert ihr Produktionspotenzial um rund 10%. Durch den besseren Wirkungsgrad des Trafos und einer effizienteren Elektrodensteuerung, beschleunigt sich der Schmelzprozess und reduziert die Wartezeit an der nachgeschalteten Giessanlage. Neben der verbesserten Effizienz und der Produktionssteigerung minimiert Swiss Steel ausserdem das Ausfallrisiko. Die Investition in einen neuen Trafo erlaubt es auch in Zukunft zuverlässig hochwertige Produkte für ihre Kunden zu produzieren.

Um einen effizienten Schmelzprozess zu garantieren, muss der neue Trafo mit den baulichen und technischen Gegebenheiten vor Ort kompatibel sein und ausserdem genau definierte Leistungsgrössen erbringen. Das Projekt wurde ausgeschrieben und die Firma Tamini, führender Hersteller von Hochleistungstransformatoren aus Italien, spezialisiert auf Transformatoren für metallurgische Schmelzprozesse, hat den Zuschlag erhalten. Der Trafo verfügt über eine Nennleistung von 105 MVA, ist 132 Tonnen schwer und hat mit 5.6 x 7.3 x 4.5m stolze Dimensionen. Zusammen mit einer externen Drossel, 38 Tonnen schwer, 4.8 x 4 x 3.9m gross, wurde der neue Trafo mittels Spezialtransport über 330 km vom Tamini-Werk in Ospitaletto nach Emmenbrücke gefahren. Hierfür wurde in der Nacht auf den 4. Juli während einer Stunde der Gotthardtunnel in beiden Richtungen gesperrt.

Der neue Transformator wird im Rahmen der jährlichen Instandhaltung installiert und ab Mitte August für die Produktion betriebsbereit sein.

Dies ist nicht die einzige Investition bei der Swiss Steel: Mit dem Bau eines neuen Hubbalkenofens und einer neuen Garrett-Linie wird Swiss Steel über eine der modernsten Anlagen weltweit verfügen. Der neue, der Walzlinie vorgelagerte, Hubbalkenofen wird es erlauben, die im Stahlwerk produzierten Knüppel schneller und mit optimaler Durchwärmung auf die zur Weiterverarbeitung notwendigen Temperaturen zu bringen. Neben einer Leistungssteigerung werden so gleichzeitig die Qualitätsausfälle reduziert sowie substanzielle Energie- und CO2-Einsparungen erzielt. Die der Walzlinie nachgelagerten neuen Garrett-Haspeln zum Aufwickeln der gewalzten Produkte erlauben den Ausbau des Ringgewichts auf über 2,2 Tonnen von bisher 1,8 Tonnen. Damit kommt Swiss Steel den Anforderungen ihrer Kunden nach. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist in Etappen geplant. Der Hubbalkenofen wird voraussichtlich Ende 2019 in Betrieb gehen, die Garrett-Haspeln bereits ein paar Monate früher. Vollbetrieb für das Werk wird für Ende 2020 erwartet. 

Swiss Steel investiert auch in den Umweltschutz: In Zusammenarbeit mit EWL wird die überschüssige Abwärme des Walzwerks in das Fernwärmenetz eingespeist. Mit Nutzung dieser Abwärme wird der CO2-Ausstoss bei den Fernwärme-Endkunden um 1‘500 t pro Jahr verringert. Dies ist eine Massnahme, die im Zuge der Zielvereinbarungen mit dem Bund zum Thema Energieeffizienz und CO2-Ausstoss von der Swiss Steel realisiert wurde. Die Anlage ist mittlerweile angeschlossen.