Energiemanagement

Begrenzte Energieressourcen, anhaltende Klimaerwärmung und steigende Sensibilisierung der Gesellschaft infolge schwerer Katastrophen bei der Erzeugung von Atomenergie zwingen die schweizerische Politik zu neuen Massnahmen. 2012 verabschiedete der Bundesrat die neue Energiestrategie 2050, in welcher die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle spielt. Als energieintensives Unternehmen nehmen wir unsere Verantwortung für den sparsamen und effizienten Umgang mit Energie vollumfänglich wahr. 

Energieeffizienzziele

Energie ist eine unserer Hauptressourcen sowie einer unserer grössten Kostenträger. Um steigenden Energiekosten entgegenzuwirken und unsere Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt zu stärken, wollen wir unsere Energieeffizienz kontinuierlich verbessern. Dafür ermitteln wir unser Verbesserungspotential im Hinblick auf den Energieeinsatz und -verbrauch und setzen dies in der Praxis um. Durch die Reduktion unseres Verbrauchs von fossilen Brennstoffen senken wir stets den CO2-Ausstoss. Damit schonen wir die Umwelt und leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensführung und demzufolge zur langfristigen Sicherung unseres Standortes.

Hubbalkenofen Walzwerk

Energiepolitik und Energiemanagementsystem

Unsere Energiepolitik basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Wir gehen sparsam mit Energie um und sind bestrebt, den spezifischen CO2-Ausstoss zu reduzieren.
  • Wir überprüfen ständig unseren Energieverbrauch und verbessern spezifische Energieeinsätze.
  • Wir berücksichtigen Energieeffizienz bei der Planung von Investitionen.
  • Wir beziehen unsere Lieferanten und Dienstleister im Sinne unserer Energiepolitik ein.

Um die Energiepolitik erfolgreich umzusetzen, betreiben wir ein Energiemanagement-System (EnMS), welches 2014 erfolgreich nach ISO 50001 zertifiziert wurde. Die energetische Bewertung und Planung gelten als Herzstück unseres EnMS. Darin verstehen wir eine umfassende Erfassung und Analyse des Verbrauchs aller Energieträger sowie die Ermittlung und Umsetzung rechtlicher Anforderungen. Auf dieser Basis werden strategische und operative Energieziele festgelegt, Energiemassnahmen geplant, realisiert und überwacht sowie die erforderliche Nutzungsqualität berücksichtigt.

Beitrag unserer Mitarbeitenden zur Energieeffizienzsteigerung

Die Energieeffizienzsteigerung ist Sache von jedermann. Eine aktive Beteiligung aller Mitarbeitenden an der Ermittlung und Umsetzung von Einsparpotenzialen an Arbeitsplätzen ist eine unabdingbare Voraussetzung des erfolgreichen Energiemanagements. Unsere Mitarbeitenden werden bezüglich deren Umgangs mit Energie sensibilisiert. Sie kennen den Einfluss ihrer Tätigkeit auf den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss und sind in der Lage ihren Beitrag zur Erreichung der Verbesserungsziele zu leisten.

Energieeffizienz-Massnahmen

In den letzten Jahren wurde dem Thema Energieeffizienz und CO2-Ausstoss im Rahmen der Zielvereinbarung mit dem Bund ein zusätzliches Gewicht beigemessen. Aufgrund dessen wurde eine grosse Zahl von Energieeffizienzsteigerungs- und CO2-Reduktions-Massnahmen realisiert, um spezifischen Elektrizitäts- und Gasverbrauch deutlich zu reduzieren.

So gewinnen wir beispielsweise durch die Abwärmenutzung im Walzwerk über 11 Mio. kWh Wärmeenergie jährlich. Damit können wir unseren CO2-Ausstoss und Erdgasverbrauch zur Wärmeerzeugung um ca. 60% senken.

Abhitzekessel im Walzwerk

 

Durch den Einbau von Strahlungsrekuperatoren im 2015, wurde der Erdgasverbrauch beim Pfannnenofen reduziert, indem die Brennluft vorgeheizt wird. Die Einsparung beträgt 490 MWh/a.

Durch die Optimierung der Hydraulikpumpen an der Knüppelschere, werden weitere 311 MWh jährlich eingespart.

Seit 2015 führen der Ersatz und die Optiomierung von Kompressoren der Wasser- und Druckluftanlagen im Walzwerk zu einer Energieeinsparung von 216 MWh/a.

Diese und andere Massnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung unserer Energieziele.

Die Zusammenarbeit zwischen Swiss Steel AG und Fernwärme Luzern AG bringt eine neue Dimension der Abwärmenutzung. Die Errichtung einer Energiezentrale der Fernwärme Luzern AG auf dem Werksgelände der Swiss Steel AG wird ermöglichen, dass ab 2018 zusätzlich überschüssige Abwärme von 7.5 GWh pro Jahr genutzt und ein CO2-Ausstoss von 1‘500 t pro Jahr vermieden wird.