Einsatzbereiche

Allgemeine Baustähle
Baustähle werden üblicherweise unter Verwendung ihrer Zugfestigkeit und Streckgrenze eingesetzt. Bei gleichen Anforderungen an ihre mechanischen Eigenschaften unterscheiden sich die einzelnen Gütegruppen unter anderem in ihrer chemischen Zusammensetzung, in der Sprödbruchempfindlichkeit und der Schweisseignung.

 

Vergütungsstähle

Vergütungsstähle erhalten ihre Verwendungseigenschaften durch Austenitisieren, Abschrecken und Anlassen. Sie decken im vergüteten Zustand einen Mindestzugfestigkeitsbereich von etwa 470 bis 1250 N/mm² ab. Sie zeichnen sich neben einer guten Zugfestigkeit auch durch eine hohe Streckgrenze und Duktilität aus. Die Eigenschaften im Endzustand sollten möglichst homogen über dem Querschnitt sein. Die Edelstähle besitzen im Vergleich zu den Qualitätsstählen nicht nur niedrigere Phosphor- und Schwefelgehalte sondern auch gleichmässigere Eigenschaften beispielsweise nach der Wärmebehandlung.


 

Einsatzstähle

Einsatzstähle sind im allgemeinen Stähle mit niedrigeren Kohlenstoffgehalten. Sie sind zum Aufkohlen oder Carbonitrieren mit anschliessendem Härten vorgesehen. Einsatzstähle sind nach der Behandlung durch eine Randschicht mit hoher Härte und einem zähen Kern gekennzeichnet. Das inhomogene Eigenschaftsprofil kommt dem inhomogenen Beanspruchungsprofil entgegen. Als wichtigste Kenngrösse ist die Härtbarkeit anzusehen, die von der chemischen Zusammensetzung beeinflusst wird. Auch hier wird unterschieden nach Qualitäts- und Edelstählen.


 

Automatenstähle

Aus der Forderung nach automatischer Bearbeitbarkeit resultiert die Gruppe der Automatenstähle. Die Forderung nach guter Zerspanbarkeit und guter Spanbrüchigkeit wird unter anderem durch das Legieren mit Schwefel, Mangan und Blei erreicht. Je nach Werkstoffanforderungen werden die Stähle in Automatenweich-, Automateneinsatz- und Automatenvergütungsstähle eingeteilt, die niedrigere Phosphor und Schwefelgehalte besitzen.


 

Stähle mit verbesserter Kaltumformbarkeit

Für die Kaltumformung werden Stähle mit einer niedrigen Fliessspannung, geringer Verfestigungsneigung während der Umformung sowie hohem Formänderungsvermögen benötigt. Neben diesen Merkmalen sollten sie möglichst frei von inneren und äusseren Fehlern sein, um ein optimales Kaltstauchprodukt zu gewährleisten. Je nach Stahlsorte kann eine dem Verformungsverfahren angepasste besondere Glühbehandlung zur Erzielung niedrigerer Ausgangsfestigkeiten erfolgen. Spezialprodukt: Swissbain-7MnB8


 

Mikrolegierte Stähle

Bei den mikrolegierten Stählen wird unter anderem die festigkeitssteigernde Wirkung durch Zugabe von Mikrolegierungselementen wie Vanadium, Titan, Niob und Aluminium ausgenutzt. Diese Elemente im Bereich von 10-² bis einige 10-¹ Gew.-% bilden Ausscheidungen innerhalb der Stahlmatrix, welche sowohl Einflüsse auf die Vorwärm- und Umformprozesse als auch auf die Gefügeumwandlung des Stahls besitzen.


 

Kettenstähle

Neben der Festigkeit nehmen für die Kettenstähle die Sprödbruchsicherheit und die Zähigkeit eine dominierende Stellung ein. Daneben sind Alterungsbeständigkeit, Verschleissfestigkeit, Schweiss- und Kaltscherbarkeit sowie die Kaltumformbarkeit wichtig. Die Schweisseignung begrenzt den Kohlenstoffgehalt auf etwa 0,25%. Zur Steigerung der Festigkeit bei diesem niedrigem Kohlenstoffgehalt werden vor allem Mangan, Chrom, Nickel und Molybdän zulegiert, so dass Festigkeiten von bis zu 1500 N/mm² in der Kette realisierbar sind. Zur Verbesserung der Alterungsbeständigkeit und zur Kornfeinung wird Aluminium zulegiert. Gute Zähigkeitseigenschaften werden durch möglichst geringe Gehalte an Begleitelementen wie Phosphor und Schwefel erreicht.


 
 

Bau/Bergbau

Die Swiss Steel AG entwickelt und produziert Spezialprodukte für den Bereich Bau/Bergbau. Neuste Entwicklungen auf diesem Gebiet sind die Produkte Top12, Top700 und Schalungsankerstahl St 900/1100.

Der Betonstahl Top12 zeichnet sich durch seinen erhöhten Korrosionswiderstand aus. Er eignet sich vor allem für Bereiche, die durch Carbonatisierung gefährdet sind und für Chlorid-beanspruchte (Einsatz von Tausalzen) Bauteile im Stand- und Spritzwasserbereich. Stahlbeton mit Top12 stellt eine zuverlässige und wirtschaftliche Lösung dar, um den Korrosionsschutz von Stahlbeton signifikant zu verbessern und somit die Lebensdauer erheblich zu verlängern. Der Stahl kann nach für übliche Betonstähle entwickelten Methoden und Hilfsmitteln und entsprechend den Bewehrungsstahllisten des Ingenieurs bearbeitet werden. Er erfordert kein spezielles Handling auf der Baustelle.

Der Top700 ist ein neuer mikrolegierter Betonstahl, welcher mit einer Streckgrenze von > 700 N/mm2 hohe statische Anforderungen erfüllt und neue Möglichkeiten im Stahlbetonbau eröffnet.

Beim Schalungsankerstahl St 900/1100 handelt es sich um Stäbe mit aufgewalzten und unterbrochenen Gewinderippen für den Hochbau, die sich durch Festigkeiten von über 1100 N/mm2 auszeichnen.

Alle Produkte erfüllen die einschlägigen Normen und werden von neutralen Zertifizierungsstellen überwacht.